Partizipation

„Ist es richtig, dass andere Menschen darüber bestimmen was ich lerne und mit wem ich das tue? Werden meine Interessen, Fähigkeiten und Träume berücksichtigt, wenn sich alle mit den gleichen, von Anderen bestimmten Inhalten beschäftigen müssen? Was macht es mit mir, wenn ich für Regelverstöße bestraft werde, hinter denen ich nicht stehe und gleichzeitig keine Möglichkeit habe, diese zu ändern? Wie gelingt es, ein Verständnis für die Bedürfnisse anderer zu entwickeln, wenn nicht darüber gesprochen wird?“

Diese Fragen machen deutlich, dass die meisten Menschen in ihrem Schulalltag kaum Möglichkeiten zur Mitbestimmung haben. Ihre Lebensrealität ist vielmehr durch Bevormundung und äußere Zwänge gekennzeichnet.

Für uns bedeutet Mitbestimmung, dass junge Menschen bei allen Entscheidungen, von denen sie betroffen sind, einbezogen werden. Im Bildungskontext kann sich das sowohl auf die Gestaltung des Zusammenlebens als auch auf die Inhalte und Rahmenbedingungen ihres Lernens beziehen. Partizipation schafft somit Raum für gestalterisches und politisches Handeln, was bei den Beteiligten Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht. Diese trägt dazu bei, selbstbestimmt zu leben und eigene Ideen und Ziele zu verfolgen. Aktive Beteiligung fördert darüber hinaus die Fähigkeit, Interessen und Bedürfnisse Anderer zu erkennen und zu berücksichtigen. So können junge Menschen lernen, Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen und sich langfristig für eine bessere und gerechtere Gesellschaft einzusetzen.

In Bildungsinstitutionen setzt dies voraus, dass Partizipationsmöglichkeiten überhaupt vorhanden sind und Erwachsene auch so handeln, dass Beteiligung attraktiv und sinnvoll wird. Welche Methoden und Möglichkeiten gibt es dafür und welche Rolle nehmen die begleitenden Pädagog*innen ein? Welche Haltung brauchen wir als Erwachsene, um Kinder und Jugendliche in ihrem Lernen wertschätzend zu begleiten und gleichzeitig zu beteiligen? Wir wollen uns auf die Suche begeben, wie gleichwürdige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Bildungsbereich gelebt werden kann.