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Module

Module

Die folgenden Modulbeschreibungen umreißen das inhaltliche Spektrum, in dem sich das Modul jeweils bewegen könnte. Konkrete Beispielentwürfe aus unserem Ideenpool folgen.

Lernen

Demokratische Bildung geht davon aus, dass Menschen am besten selbst entscheiden können, welche Lerninhalte, Gegenüber und Umgebungen sie gerade brauchen. Lernen ist nämlich dann besonders effektiv und lustvoll, wenn Menschen sich freiwillig und aus eigenem Interesse mit einem Thema, einer Frage oder einer Tätigkeit beschäftigen. Wir wollen Räume schaffen, in denen gleichberechtigt und selbstbestimmt gelernt werden kann und in denen wir lernen können, in Bildungskontexten für uns selber und auch für Schüler*innen eine gute Atmosphäre zu ermöglichen. Dabei gehen wir davon aus, dass alle Menschen Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringen, die für andere wertvoll und inspirierend sein können. Am Ende ist es egal, ob in der Weiterbildung Texte gewälzt oder Schulen besucht, Comics gemalt oder Rollenspiele gemacht werden – in all dem stecken eigene Weisheiten und Erfahrungsmöglichkeiten für alle.

Leistung

Einer Spur folgen, die von außen vorgegeben wird - das ist die ursprüngliche Bedeutung von Leistung. Das kann produktiv und zufrieden stellend sein, wenn klar ist, wohin es gehen soll. Fehlt der Leistung jedoch die Orientierung, verliert sie an Sinn und macht letztlich krank. Das Hamsterrad des Arbeitsalltags oder der Klausurenstress von Schule und Uni machen erfahrbar, was in der Soziologie unter Entfremdung verstanden wird: Arbeiten ohne tieferen Bezug zur eigentlichen Tätigkeit. Um Menschen trotzdem zu Leistung zu motivieren, arbeiten Schulen und Betriebe mit Anreizen wie Noten oder Lohn und schaffen so systemische Abhängigkeiten, die nur wenig Spielräume lassen. Wer Leistung bringt, ist etwas wert, wer sie verweigert, wird ausgegrenzt. So fühlen sich Abgehängte und Ausgebrannte ihrer Existenz beraubt, wenn sie nicht mehr mithalten können und steigen so schnell wie möglich wieder ein in den Kreislauf, der sie krank macht. Leistung ist das Öl im Getriebe des Systems, das wir Kapitalismus nennen.


Was wäre, wenn wir tun könnten, was unserer Persönlichkeit und unseren Bedürfnislagen entspricht? Wohin würden wir uns und wohin würde die Welt sich entwickeln, wenn nicht ein ökonomischer Maßstab, sondern ein gemeinschaftlicher Kompass genährt würde, um zum Handeln zu bewegen? Was wäre, wenn Kinder lernen würden, ihren Selbstwert von Leistung zu entkoppeln und Pädagogik*innen sie dabei unterstützen würden? Wie könnte eine Schule aussehen, die genau das versucht? Wir wollen uns in der Weiterbildung auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen begeben und Ansätze entwickeln, den schulischen Alltag von Leistungsdruck zu befreien. Dabei fragen wir auch nach fruchtbaren Alternativen zur Leistung und Wegen, Kinder dazu zu empowern, einfach ihren eigenen Spuren zu folgen.

Inklusion

In der Pädagogik ist der Begriff Inklusion in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus geraten. Grundsätzlich meint Inklusion die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität und Unterschiedlichkeit aller Menschen. In unserem Verständnis nimmt Inklusion nicht nur alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit in den Blick, sondern auch Strukturen und Praktiken, die Diskriminierung verursachen können. Dabei geht es nicht nur um sogenannte behinderte Menschen, sondern vielmehr um alle, die an den Rand gedrängt oder aufgrund von Zugangsbeschränkungen an Partizipation gehindert werden. Bildungspläne und Lehrziele an Schulen und Hochschulen verengen den Blick auf Menschen und begrenzen dabei das, was sie lernen könnten. Dabei bereichern Freiräume für Selbstbestimmung und Vielfältigkeit alle, die zusammen lernen. Deshalb ist es uns wichtig, nicht nur den starren Blick auf Lerninhalte, sondern auch ausschließende Strukturen zu hinterfragen und möglichst vielen Meinungen und Weltzugangsmöglichkeiten Raum zu geben. Wir gehen davon aus, dass alle Menschen gleichwertig, gleichwürdig und unterschiedlich sind. Inklusion bedeutet ein Leben in Vielfalt, Nicht-Ausgrenzung und selbstverständliche Zugehörigkeit. Denn es ist normal, verschieden zu sein!

Demokratie

Demokratie ist für uns eine Praxis, ein gemeinsames Handeln, bei dem wir nach freien, gerechten und solidarischen Lebensverhältnissen streben. Voraussetzung hierfür sind Räume, in denen demokratische Erfahrungen möglich sind: Hier können wir lernen, uns begegnen, austauschen, hinterfragen oder Visionen spinnen und Pläne schmieden. So können Veränderungen angestoßen werden, was bereits in vielfältiger Weise und an unterschiedlichen Orten passiert: in Kollektiven, Initiativen oder sozialen Bewegungen setzen sich Menschen dafür ein, in der Wirtschaft, im Gesundheitssystem, in ihren Nachbarschaften oder persönlichen Beziehungen demokratische Verhältnisse zu schaffen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Bildungssystem aus? Inwieweit ist Selbst- und Mitbestimmung hier möglich? Stehen kritisches und eigenständiges Denken oder die Weiterbildung für den Arbeitsmarkt im Fokus? Lässt sich die Bewertung und Auslese von jungen Menschen mit dem Leistungsprinzip und die massive Fremdbestimmung wirklich mit demokratischen Grundwerten vereinen? Und natürlich: (Wie) könnte all das anders sein? Um diese Fragen zu beantworten, möchten wir einen Raum schaffen, in dem sich kreative Ideen entfalten und Menschen lernen können, eine demokratische Haltung zu entwickeln. Bildung kann ein zentraler Schlüssel für gesellschaftliche Veränderungen sein. Da Stillstand kein Perspektive darstellt, beschäftigen wir uns mit Wegen, wie Bildung und Schule demokratisiert werden können.

Partizipation

Für uns bedeutet Mitbestimmung, dass Menschen bei allen Entscheidungen, von denen sie betroffen sind, mit einbezogen werden. Im Bildungskontext kann sich das sowohl auf die konkrete Gestaltung des Zusammenlebens als auch auf die Inhalte und Rahmenbedingungen des Lernens beziehen. Partizipation schafft somit Raum für gestalterisches und politisches Handeln, was bei den Beteiligten Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht. Diese trägt dazu bei, selbstbestimmt zu leben und eigene Ideen und Ziele zu verfolgen. Aktive Beteiligung fördert darüber hinaus die Fähigkeit, Interessen und Bedürfnisse Anderer zu erkennen und zu berücksichtigen. So können Menschen lernen, Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen und sich langfristig für eine bessere und gerechtere Gesellschaft einzusetzen. In Bildungsinstitutionen setzt dies voraus, dass Partizipationsmöglichkeiten überhaupt vorhanden sind und Erwachsene auch so handeln, dass Beteiligung attraktiv und sinnvoll wird. Welche Methoden und Möglichkeiten gibt es dafür? Welche Rolle nehmen die begleitenden Pädagog*innen ein? Welche Haltung brauchen wir als Erwachsene, um Kinder und Jugendliche in ihrem Lernen wertschätzend zu begleiten und gleichzeitig zu beteiligen? Wir wollen uns auf die Suche begeben, wie gleichwürdige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Bildungsbereich gelebt werden kann.

Kommunikation

Wie wir mit anderen Menschen kommunizieren, kann sie in ihrem Tun und ihrer Persönlichkeit bestärken oder verunsichern, kann Lern- und Denkprozesse anregen oder zur Resignation führen. Sie fühlen sich verstanden und angenommen oder diskriminiert und ausgeschlossen. Oft gibt es Missverständnisse und unsere Gegenüber nehmen Dinge ganz anders auf, als wir sie eigentlich gemeint haben. Im Bildungskontext geht es für uns zum Einen darum, einen reflektierten Umgang mit Kommunikation und weit verbreiteten Diskriminierungsformen zu finden. Darüber hinaus ist eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Kommunikationsverhalten essentiell: Wie trete ich Kindern und Jugendlichen gegenüber auf, um sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu bestärken und Lernprozesse zu initiieren ohne bevormundend zu sein? Wie kann ich Vertrauen aufbauen, Verständnis und Empathie zeigen? Wie kann ich auf eine wertschätzende Art und Weise Regelverstöße und grenzüberschreitendes Verhalten thematisieren? Tauchen Konflikte auf, kann in ihnen auch ein Potential für persönliche Weiterentwicklung liegen, während ungelöste Konflikte einschränkend und blockierend wirken. In gleicher Weise wie es für Pädagog*innen wichtig ist, Kompetenzen in diesem Bereich zu entwickeln, ist es aus unserer Sicht auch für Kinder und Jugendliche wertvoll, sich mit Kommunikation auseinanderzusetzen.

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