Kommunikation

Ob verbal oder nonverbal, bewusst oder unbewusst: Kommunikation ist notwendig für den Austausch von Wissen, Erkenntnis, Erfahrung und Empathie. Dementsprechend ist sie Grundlage jeglicher Interaktion. Wie wir mit anderen Menschen umgehen, kann sie in ihrem Tun und ihrer Persönlichkeit bestärken oder verunsichern, kann Lern- und Denkprozesse anregen oder zur Resignation führen. Sie fühlen sich verstanden und angenommen oder diskriminiert und ausgeschlossen. Oft gibt es Missverständnisse und unsere Gegenüber nehmen Dinge ganz anders auf, als wir sie eigentlich gemeint haben.
Im Bildungskontext geht es für uns zum Einen darum, einen reflektierten Umgang mit Kommunikation und weit verbreiteten Diskriminierungsformen zu finden. Darüber hinaus ist aber auch allgemein eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Kommunikationsverhalten essentiell. Wie kann dies im Sinne der demokratischen Bildung gestaltet werden? Wie trete ich beispielsweise Kindern und Jugendlichen gegenüber auf, um sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu bestärken und Lernprozesse zu initiieren ohne bevormundend zu sein? Wie kann ich Vertrauen aufbauen, Verständnis und Empathie zeigen? Wie kann ich auf eine wertschätzende Art und Weise Regelverstöße und grenzüberschreitendes Verhalten thematisieren?
In gleicher Weise wie es für Pädagog*innen wichtig ist, Kompetenzen in diesem Bereich zu entwickeln, ist es aus unserer Sicht auch für Kinder und Jugendliche wertvoll, sich mit Kommunikation auseinanderzusetzen.
Eigenen Bedürfnisse und Gefühle erkennen und mitteilen zu können, ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. In einer Gemeinschaft ist es darüber hinaus wichtig, auch die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen wahrnehmen zu können. Tauchen Konflikte auf, kann in ihnen auch ein Potential für persönliche Weiterentwicklung liegen, während ungelöste Konflikte einschränkend und blockierend wirken. Daher ist Kommunikation für uns ein fruchtbares Feld der Selbstreflexion im persönlichen, politischen und professionellen Sinn.